Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum
von Hans
Hoppenstedt
überarbeitet von Rita Tischer
Zwei Kinder, ein Mädchen und ein Junge gingen schon seit Stunden
durch den winterlichen Wald. Sie wollten ein kleines Bäumchen aus
dem Wald holen. Sie fanden aber kein schönes Bäumchen, dass
sie mitnehmen konnten. "Ich hoffe, wir finden bald ein Bäumchen,"
sagte Peter zu seiner Schwester Marion, denn es wird schon dunkel und
es fängt auch schon zu schneien an." Nach einigem suchen rief
Marion: "Peter, guck dort steht ein kleines Bäumchen,"
und zeigte zu einem kleinen Bäumchen, das etwas entfernt stand. Marion
bekam kurz darauf die ersten Schneeflocken ins Gesicht. Peter schaute
zu dem Bäumchen hin und ging darauf zu. Kurz davor stolperte er und
fiel hin. Bevor er seine Schwester warnen konnte, ging´s mit ihm
noch tiefer. Der Junge fiel und fiel, immer tiefer. Für Peter war
es so, als ob für ihn das letzte Stündchen gekommen wäre.
Als Marion merkte, das ihr Bruder nicht mehr auftauchte, rannte sie dort
hin, wo Peter eben noch stand. Auch Marion stolperte und fiel in das gleiche
Erdloch wie vorher Peter. Unterwegs rief Marion nach ihrem Bruder. Von
irgendwoher kam tatsächlich, zwar etwas dünn, eine Antwort von
ihrem Bruder. "Hier bin ich, Marion." Ich sehe ein Licht, ein
ganz helles Licht," rief er ihr zu. "Wohin fallen wir? Ich will
nach Hause, zu Papa und Mama," rief das Mädchen dem Jungen zu.
Nach etliche Stunden, ihre Meinung nach, spürten die beiden kleinen
Kinder endlich wieder Boden unter ihren Füße. Als sie sich
aufgerappelt hatten, schauten Marion und Peter sich um. Wo waren sie den
hingeraten. Hier sah es wie in einer Wohnhöhle aus. "Peter,
wo sind wir hier? Ich fürchte mich," sagte Marion und fing an
weinen. Der 10jährige Junge nahm seine 6jährige Schwester zärtlich
bei der Hand. "Das weiß ich noch nicht, Marion. Hab keine Angst,
ich bin doch bei dir. Du muss dich nicht fürchten. Komm, wir schauen
mal nach, wo wir hier gelandet sind," sagte Peter. Da es nur einen
Gang gab, brauchten die Kinder nicht zu wählen, welchen sie nehmen
sollen. Die Kinder gingen ungefähr eine halbe Stunde, ohne das sie
einen anderen Gang fanden. Bei etwa der 20. Kurve hörten die Kinder
von weither ein lautes Geräusch, das schell näher zu kommen
schien. Als Marion und Peter noch einmal zwei Biegung hinter sich gelassen
hatten, kamen sie zu einer riesengroßen Höhle.Was sie nun sahen,
würden ihre Eltern und Freunde zu Hause nie glauben. In der Höhle
sah es aus wie in ein Spielzeugwerkstatt. Überall wurde gebohrt und
gehämmert. Die Werkzeuge wurden von kleinen Männchen bedient.
"Wo sind wir denn hier, es sieht aus wie in der Spielzeugwerkstatt
vom Weihnachtsmann am Nordpol," meinte Peter. "Schau, Peter,
dort kommt auch schon der Weihnachtsmann persönlich," flüsterte
Marion ihrem Bruder zu. "Das kann doch nicht sein, dass wir am Nordpol
sind, sonst wäre es hier kalt aber hier ist es schön warm. Ich
schwitze schon in meinem Mantel," sagte Peter und zog seinen dicken
Wintermantel aus. Er nahm ihn unter dem Arm. Marion hatte schon ihr Mantel
ausgezogen, sie hielt ihn mit der rechten Hand fest. Da kam schon der
Mann, den sie als Weihnachtsmann erkannt hatten, auf sie zu. "Na,
wer seit denn ihr beiden hübschen und woher kommt ihr denn?"
fragte der Mann mit Bart freundlich. "Wir - wir kommen von oben.
Ich wollte gerade zu einem hübsches Bäumchen hin gehen und stolperte
über eine Wurzel und fiel durch dieses Erdloch," sagte Peter.
"Ja, und ich wollte dann auch zu dem Bäumchen hin und bin ebenso
dort reingefallen," sagte Marion und schaute den Mann an. "Sind
Sie der Weihnachtsmann von Nordpol? Der Weihnachtsmann, der die Kinder
in aller Welt beschenkt?" fragte sie. Der alte Mann nickte. "Ja,
der bin ich. Diese Höhle ist meine Werkstatt, hier wird das Spielzeug
repariert, das wir von den Kindern, aus aller Welt bekommen," sagte
der Mann. "Ach, da habt ihr aber viel zu tun. Peter, da wollen wir
den Weihnachtsmann und seine Helfer nicht stören," sagte Marion
und drehte sich um. "He, wartet doch noch, ihr kennt doch den Weg
nicht. Ich zeige euch den Weg nach Oben," sagte der Weihnachtsmann.
Da kam Marion wieder zurück. Peter nahm sie bei der Hand und ging
mit ihr hinter den Weihnachtsmann her. Sie gingen mit ihm durch mehrere
Gänge bis zu einem großen Tor. Der Weihnachtsmann schloss das
Tor auf und öffnete es für die beiden Kinder. Hier geht's zwar
wieder nach Oben auf die Erde, aber es ist ein langer und auch gefährlicher
Weg für kleine Kinder. Denn dort vorne haust der Wächter der
Höhlen. Die Höhle in der ich meine Werkstatt habe, gehört
dem Höhlenkönig. Damit ich diese Höhle benutzen darf, muss
ich ihm pro Jahr einige von den Weihnachtsgeschenken, die ich für
Menschenkinder hergestellt habe, abgeben. Was ich ihm in diesem Jahr geben
kann, weiß ich noch nicht, " sagte er. "Sagen Sie Herr
Weihnachtsmann, was macht der Wächter mit den vielen Geschenken?
Hat er Kinder?" fragte das kleine Mädchen. "Nein, und was
er mit den Geschenken macht, habe ich ihn auch noch nie gefragt,"
sagte der Weihnachtsmann. "Wir könnten ihn doch gleich danach
fragen, wenn wir zu ihm hinkommen," sagte Peter. "So einfach
ist es nicht, mit ihm zu reden. Er ist ein ungehobelter Kerl, und brüllt
sehr gern. Also stellt euch das nicht so einfach vor," sagte er.
"Aber wir können es probieren, ob er uns nicht doch zuhört,
wenn wir ihn fragen werden," sagte Marion. "Na dann probiert
es," sagte der Weihnachtsmann und sie gingen dann weiter. Nach einer
halben Stunde sahen sie in der Ferne eine merkwürdige Gestalt auf
dem Boden kauern. Als die Gestalt die drei ankommen sah, schaute er ihnen
neugierig entgegen. "Was wollt ihr beiden Menschenkinder hier?"
knurrte und fauchte er die Kinder an. "Wir - wir wollten dich etwas
fragen," fing Marion an. "Wir wollte dich fragen, was du dir
vom Weihnachtsmann wünscht," vollendete Peter den Satz, den
Marion begonnen hatte. "Was ich mir vom Weihnachtsmann wünsche,
das wollt ihr mich fragen," sagte der Höhlenwächter. Die
Kinder nickten. "Deswegen seit ihr hier nach unten gekommen?"
sagte er und sah sie mit seinen grünen Augen an. Die Kinder schüttelten
ihre Köpfe. "Nein, wir sind dort hinten durch ein Loch gefallen,
und nun wollte der Weihnachtsmann uns auf den Weg nach oben bringen,"
sagte jetzt Marion ganz tapfer. "So, so, ihr wolltet bei mir vorbei
gehen und den Weg nach Oben nehmen. Habt ihr denn keine Angst vor mir,
Kinder?" sagte der Wächter. Der Wächter sah nun auch zu
dem Weihnachtsmann hin. "Und du Weihnachtsmann wolltest wissen, was
ich mir von dir wünsche," sagte er. Der Weihnachtsmann nickte.
"Ja, das wollte ich. Also was kann ich dir in diesem Jahr schenken,
Don?" Don schaute zwischen dem Weihnachtsmann, Marion und Peter,
hin und her. "Na, weißt du was?" fragte der Weihnachtsman.
"Ja, ich weiß, was du mir in diesem Jahr schenken könntest,
lieber Weihnachtsmann." Dabei schaute Don zu der kleinen Marion hin.
"Wenn du mir dieses liebe Mädchen schenken würdest, lass
ich den Jungen wieder nach Oben auf die Erde," sagte Don listig.
"Nein, das kann ich nicht, ich kann dir dieses Mädchen nicht
schenken, sie gehört nun mal nicht hierher. Sie gehört auf die
Erde zu den Menschen. Was sollen denn ihre Eltern ohne ihre Tochter machen,
wenn sie nicht zu Hause ist," sagte der Weihnachtsmann. "Ja,
was würden sie ohne Marion tun, wenn ich ohne sie ankäme. Sie
wären sehr traurig." sagte Peter mutig. "Und ich will nicht
hier unten bleiben, ich möchte nach Hause. "Peter, komm wir
gehen nun weiter," sagte Marion und nahm Peter bei der Hand und wollte
weiter gehen, als Don seine hagere rechte Hand nach dem Arm des kleinen
Mädchens ausstreckte und es festhielt. Peter zerrte das Mädchen
mit sich fort. Aber Don hielt den Arm eisern fest, da konnten die beiden
Kinder zerren, wie sie wollten, der Wächter hielt das kleine Mädchen
fest. Da musste der Junge seine Schwester leider wieder loslassen und
Don zog das Mädchen an sich. Der Weihnachtsmann war machtlos, er
konnte nicht verhindern, dass Don das kleine Mädchen mit nahm, als
er in einen Gang verschwand. "Ich will nicht, ich will nach Hause.
Peter hilf mir," hörten sie Marion noch rufen. "Was tun
wir nun, Weihnachtsmann, wie können wir Marion aus den Händen
des Wächters befreien?" fragte Peter. "Tja, hier können
wir im Augenblick nichts machen, komm, wir gehen zurück in eine Höhle
und überlegen, wie wir Marion befreien können," sagte der
Weihnachtsmann, drehte sich um und lief zurück zur Höhle. Peter
lief hinter dem Weihnachtsmann her. "Was wird denn Don mit Marion
anfangen? Wird er ihr etwas antun, hoffe nicht, denn sie hat Angst, wenn
sie nicht weiß, was man mit ihr passiert" sagte Peter. "Das
weiß ich leider auch nicht, denn es war noch nie ein Menschenkind
hier bei uns in den Höhlen. Bis heute war Don ein Wesen, der uns
immer bei der Herstellung des Spielzeugs ärgerte, er nahm alles fort
und ließ es dann irgendwo liegen. Es war meistens kaputt."
"Er wird doch Marion nicht kaputt machen, und sie irgendwo fortschmeißen,
dafür habe ich sie zu lieb",
sagte Peter. "Hab keine Angst, Peter, deine Schwester ist doch kein
Spielzeug, das man kaputt machen könnte, nein, sie ist ein lebendiges
Mädchen, er wird deiner Schwester nichts tun", sagte der Weihnachtsmann.
"Aber was macht er dann mit ihr?" fragte Peter.
Nachdem das seltsame Wesen, das halb Mensch halb Kobold ist, Marion an
die Hand genommen hatte und mit ihr in den Höhlengängen verschwunden
war, weinte das Mädchen vor sich hin. Don hielt Marion ganz fest,
damit sie nicht fort laufen konnte. Es ging immer tiefer in die Erde hinein.
Marion hoffte, dass sie ihre Familie wieder sehen würde. Einige süße
Tiere sahen sie unterwegs, unter anderem auch Ratten und Mäuse. Nach
etlichen Stunden erreichten sie das Reich dieses Wesens. Don führte
Marion in eine der vielen Höhlen und sagte ihr, sie könne ihren
Mantel an dem Haken aufhängen und sie solle sich bitte an den Tisch
setzen, er käme gleich wieder. Marion nickte, sie hängte den
Wintermantel auf den Haken an der Wand, ging zum Tisch und setzte sich
auf einen Hocker. Nun wartete sie auf Don, der auch bald wieder kam. Don
hatte etwas zu Essen und zu Trinken geholt, er stellte es auf den Tisch,
setzte sich auf einen Hocker und fing an zu Essen. "Lass es dir schmecken
Marion, nachher kommt meine Familie und Freunde zu uns, sie wollen dich
sehr gern kennenlernen," sagte Don. Marion nickte und aß von
dem Essen und trank. Als sie zu Ende gegessen hatten, sagte Don zu Marion,
sie müsse sich für seine Familie und Freunde etwas anderes Anziehen,
so könne sie nicht bleiben. "Warum kann ich nicht so bleiben
wie ich bin, gefällt dir das Kleid nicht?" fragte Marion den
Kobold. Er schüttelte den Kopf und nahm das Mädchen bei der
Hand und führte es vier Höhlenräume weiter. Dort forderte
Don Marion auf, ihr Kleidchen und die Unterwäsche auszuziehen, denn
sie bekäme alles neu von ihm. Marion nickte und zog sich aus. Der
Kobold war für kurzer Zeit aus dem Raum gegangen und kam dann mit
neuer Kleidung zurück. "Komm bitte mit mir, nebenan habe ich
für dich eine, mit warmem Wasser gefüllte Wanne. Da kannst du
dich erst einmal waschen, bevor du die frischen Sachen anziehst,"
sagte Don und ging mit ihr rüber. Marion setzte sich in die Wanne
und wusch sich. Nach dem sie mit waschen fertig war, kletterte Marion
aus der Wanne heraus. Sie trocknete sich ab und zog sie an. Marion sah
hübsch aus. Das Kleid war weiß und aus Seide. Don tat ihr einen
bunten Blumenkranz auf den Kopf. "So, nun siehst du sehr hübsch
aus, Marion. "So, nun können die Gäste kommen, " sagte
das kleine Mädchen.
Don nickte und nahm das kleine Mädchen bei der Hand und ging mit
ihr in eine andere Höhle, die als Wohnhöhle benutzt wurde. Dort
setzen sie sich auf einen Sofa und warteten auf die Gäste. Nach eine
halbe Stunde kamen über 20 Kobolde, Männer, Frauen und sogar
einige Mädchen und Jungen. Sie hatten alle hübsche bunte Kleider
an. Don stand auf und begrüßte die Gäste: "Herzlichen
Dank, das ihr alle erschien seit, ich freue mich euch alle zu sehen. Darf
ich euch das Menschenkind Marion vorstellen - Marion das sind meine Familie
und Freunde, " sagte Don. "Sehr erfreut eure Bekanntschaft zu
machen, wie geht es Euch?" fragte das Mädchen. Eine alte Frau
trat hervor und sagte zu Marion: "Danke mein Kind, uns geht es soweit
gut. Nur meine kleine Enkelin, die Elfenkönigin der Kobolde, ist
vor einiger Zeit von dem Höhlenkönig entführt worden. Schon
viele von unseren Männern waren in Richtung Höhlenkönig
gelaufen, aber es kam niemand von ihnen zurück." "Wer ist
eigentlich der Höhlenkönig und wo wohnt er?" fragte Marion.
"Der Höhlenkönig ist ein mächtiger Mann, der gierig
und grauenhaft ist. Er hasst alle Kinder, auch die Menschenkinder. Er
wohnt 20 Tage von hier." "Aha, hat jemand von Euch ihn einmal
gesehen?" fragte Marion. "Wir nicht, aber ein alter Mann, der
zwischen uns und den Höhlenkönig wohnt, der hat ihn einmal gesehen.
Er kam bei dem Alten vorbei, " sagte die Frau. "Wenn mein Bruder
Peter hier wäre, würde er zu dem Höhlenkönig gehen
und die Herausgabe der Elfenkönigin fordern, denn ich fürchte
mich vor ihm, " sagte Marion ängstlich. "Hättest du
auch Angst, wenn ich mit dir ginge?" fragte Don das kleine Mädchen.
Marion schaute den Kobold in die Augen. "Ich glaube nicht, Don. Ich
wäre froh, wenn du mit mir mit kämst, " sagte Marion. "Ich
komme auch mit, " sagten nach einander die Kobolde. "Sehr schön
von euch, " strahlte Marion. "Wann geht's los?" fragte
das Mädchen. "Wir gehen nach dem wir uns mit Vorräte versorgt
haben", sagte die Frau und ging als erste aus der Wohnhöhle.
Die anderen folgten ihr. Don und Marion gingen in die Küche und schauten,
ob sie etwas zu Essen und zu Trinken fanden. Dann taten sie es in einem
Beutel hinein.
Derweil dachte der Weihnachtsmann darüber nach, wie man das Menschenkind
Marion aus den Klauen des Kobolds Don bekommen könnte. "Sag
mal Weihnachtsmann, kennt Ihr diesen Kobold näher?" fragte Peter
ihn. Der Weihnachtsmann schüttelte den Kopf. "Nein, ich kenne
ihn nicht näher. Ich gab ihm nur pro Jahr einige Geschenke, damit
er mich mit meinem Rentierschlitten durch lässt," sagte der
Weihnachtsmann. "Also, wo er wohnt weißt du nicht", sagte
Peter. "Ja, das stimmt, ich weiß es nicht." "Sollen
wir nicht durch den Gang gehen, den Don mit Marion ging. Wenn wir den
Gang folgen, kommen wir wohl, dort hin, wo Marion ist, " sagte Peter.
"Tja ich habe leider keine Zeit, denn die Geschenke für die
Menschenkinder müssen pünktlich an Heiligabend abends abgeliefert
sein. Aber ich kann dir sechs von meinen Zwergen geben, die können
dir bei deiner Suche nach deine Schwester helfen, " sagte der Weihnachtsmann.
Dann rief er die sechs Zwerge. Er sagte ihnen, dass sie dem Menschenkind
helfen sollen, seine Schwester zu finden. Die Zwerge nickten und gingen
um für ihr Abenteuer Vorbereitungen zu treffen. Nach eine Stunde
waren sechs Zwerge und ein Menschenkind auf dem Weg in den Gängen
der Höhlen zu dem Kobold Don. Beim Ausgang bogen sie in den Gang,
wo einige Stunden vorher der Kobold Don mit Marion verschwand. Sie begegneten
andere Wesen, die ihren Geschäften nachgingen. An einer Kreuzung
wo vier Gänge abgingen wussten sie nun auch nicht, wie sie jetzt
weiter gehen sollten. Als sie so herum standen und überlegten, welchen
Gang sie nun nehmen sollen, hörten sie von weitem Stimmen. Die Stimmen
kamen leider nicht näher sondern sie entfernten sich. "Ich glaube
dort geht es zu den Kobolden, denn hier ist ein Wegweiser, der zeigt nach
rechts. Auf dem Wegweiser steht, dort geht's nach Koboldhausen,"
sagte einer der Zwerge. Die anderen nickten und gingen also nach rechts.
Bald darauf kamen sie an einen Unterirdischen See vorbei. Sie hielten
an, denn wer hier weiter gehen will, der muss durch den See schwimmen.
"Kannst du schwimmen Peter? Wir müssen dort durch schwimmen,
wenn wir weiter wollen," sagte Puck, der neben Peter stand. Peter
nickte. "Ja, das kann ich. Wisst ihr, wir breit der See ist?"
fragte er. Puck schüttelte den Kopf. "Nein, leider nicht",
sagte Puck. Peter schaute den See an und rechnete aus, wie breit der See
wäre. "Also der See könnte 20 Meter breit sein. Wie lang,
dass weiß man nicht, denn man weiß ja nicht wo er anfängt
und wo er aufhört," sagte Peter. Der Junge zog Schuhe, Strümpfe,
Hose und die Oberbekleidung aus. Die Zwerge hatten ebenso ihre Kleider
ausgezogen und waren schon im See. Sie hatten ihre Kleider als Bündel
verschnürt und trugen sie nun über ihre Köpfe. Nach 30
Minuten waren alle auf der andere Seite des Sees. Und gingen weiter den
Gang entlang. Bald darauf ging's nach oben. Nach einer Weile kamen sie
auf eine Wiese. Obwohl sie oben auf der Erde waren, und es Winter war,
war es auf der Wiese grün und die Vögel zwitscherten ihre Lieder.
"Wo sind wir denn hier, hier ist es ja wie im Sommer?" fragte
Peter. "Das wissen wir nicht, wir sind heute auch das erste mal hier.
Wir wissen nur, dass wir hier im Koboldreich sind," sagte Puck. "Ach
so ist das also. Dann sind wir ja bald bei dem Kobold Don und Marion.
Wir müssen nun etwas vorsichtig sein, damit uns die Kobolde nicht
hören," sagte Peter.
Marion und die Kobolde gingen in Richtung Höhlenkönig, sie
gingen bis zu der Grenze vom Koboldreich und Zergereich. Es ging erst
einmal durch mehrere Gängen und auch über die Wiese, wo auch
Peter und die Zwerge gewesen waren. Dort hörten sie seltsame Musik,
als ob Engel sangen. Man sah nicht wer dort singen könnte. Plötzlich
rief Marion Don zu: "Schau Don, ist das eine Elfe, die dort auf dem
Baum sitzt und singt?" Don nickte und machte das Zeichen zum Still
sein. Marion war still und hörte was die Elfe sang. Sie sang ein
bekanntes Weihnachtslied. "Alle Jahre wieder kommt das Christuskind
auf die Erde nieder...." Als die Elfe zu Ende gesungen hatte, schaute
sie zu den Kobolden und zu dem Menschenkind. "Na ihr, wollt ihr auch
mit singen?" begrüßte sie die Gäste und schwebte
zu ihnen herab. Don schüttelte den Kopf. "Nein, wir wollen unsere
Elfenkönigin, die der Höhlenkönig gefangen genommen hat,
befreien. "Sag Elfe, hast du den Höhlenkönig irgendwo gesehen?
Wir wissen leider nicht, wo er wohnt," sagte Don. Die Elfe überlegte
und sagte, sie hätte ihn leider noch gesehen, aber sie wüsste
wohl, wo der Höhlenkönig seinen Palast hätte. "Ihr
müsst nur acht geben, er kann sehr böse werden, wenn er merkt,
das man ihm etwas weg nehmen will. Er kann ja auch Zaubern. "Seit
also immer auf der Hut, wenn ihr mit ihm redet," sagte die Elfe.
Don nickte und ging mit den anderen weiter. "Seit vorsichtig, wenn
ihr das Haustier des Höhlenkönig seht, es ist ein seltsamer
Hund, er bellt nicht wie ein Hund, er faucht und spuckt Feuer wie ein
Drache," rief die Elfe hinter ihnen her. "Okay, wir werden Acht
geben," rief Marion zurück. Zwei Stunden später waren sie
in der Nähe des Höhlenkönigs. Man spürte schon den
Höhlenhund, denn es roch nach diesem Hund. "Seit jetzt vorsichtig,
gleich sehen wir den Hund," rief Don. Die anderen nickten, und gingen
vorsichtig weiter. Nach einigen Biegungen kam ihnen ein heißer Atem
entgegen und sahen eine helle Flamme vor sich. "Wie kommen wir an
diesem Vieh vorbei? Er wird uns alle auffressen, wenn wir zu dicht an
ihm rangehen," bemerkte ein Kobold. "Lasst uns überlegen,
wie wir es machen können," sagte Don. Also überlegten sie,
wie sie an dem Hund vorbei kommen könnten.
Peter und die Zwerge waren auch schon sehr weit gekommen. Auch ihnen
hatte ein Elfe erzählt, wo der Höhlenkönig wohnt und das
mit dem Hund. Als sie vor dem Hund standen, überlegten auch sie,
wie sie an diesen Hund vorbei kommen.
Plötzlich hörten sie von der linken Seite ein Geräusch.
Es wurde immer lauter und es kamen viele Kobolde aus dem Gebüsch
heraus. Darunter war auch Marion. Als Peter seine Schwester sah, lief
er schnell zu ihr. "Marion, da bist du ja wieder," rief er ihr
entgegen. Bald lagen sie sich in den Armen. "Hat das nicht Zeit bis
nachher. Wir müssen in den Palast und die Elfenkönig retten,"
sagten Puck und Don.
Peter fragte Puck, ob er wüsste, was solche Hunde fressen würden.
Puck sagte es ihm und Peter schaute sich nach essbarem für diesen
Hund um. "Weiß einer von euch, wohin der rechte Gang dort führt?"
Ein kleiner Zwerg meldete sich: "Ja, ich weiß wohin der Gang
führt. Er geht zu eine kleinen Wiese, wo saftige Grünpflanzen
wachsen die es hier unter der Erde gibt." "Haha, lass uns dort
hingehen und einige Grünpflanzen holen und dann dem Hund geben, damit
ist er beschäftig," sagte Peter und ging den Gang etwas zurück
und nahm dann den anderen Gang. Einige von den Zwergen gingen mit und
halfen Peter beim tragen der Grünpflanzen. Die anderen blieben dort,
wo sie waren. Nach zwanzig Minuten hatten sie so viel gesammelt, dass
sie es kaum tragen konnten. Sie legten die Grünpflanzen so vor den
Hund, dass sie vorbei gehen konnten. Dieses Hundevieh stürzte sich
sofort auf das Grünzeug. Sie gingen alle schnell an dem Höhlenhund
vorbei. 30 Minuten später standen sie alle vor den Palast des Höhlenkönigs.
Am Tor standen zwei finstere Gesellen und Bewachten das Tor. "So
da wären wir. Und nun, was tun wir jetzt?" fragte Puck. "Es
sind zwei Wächter am Tor, die müssen wir ablenken, damit wir
durch das Tor kommen," sagte Peter und schaute in die Runde. "Ja.
Wir müssen nur die zwei Wächter ablenken," sagte Marion.
Dann machten sie einen Schlachtplan, wie sie es tun werden. Dann gingen
sie langsam immer näher an das Tor heran. Bevor sich die zwei Wächter
versahen, waren sie von zwei Seiten eingekreist. Einige Kobolde und Zwergen
hatten sie schon gefesselt und geknebelt, damit sie nicht mehr rufen konnten.
Dann gingen die Kinder mit ihren Freunden durch das Tor in den Palast
hinein. Sie liefen durch Gänge, Säle und Räume. Alle waren
leer! Wo war der Höhlenkönig? Da hörten sie von weitem
jemanden sprechen. Dies muss wohl der Höhlenkönig sein, der
sich dort mit seinen Leuten unterhält. Als die Freunde immer näher
kamen, verstanden sie, was er sagte. "Morgen werden die Elfenkönigin
und ich heiraten und keiner wird mich daran hindern." Der Höhlenkönig
lachte laut. Wenigen Augenblick schlugen die Kobolde, Zwerge und die beiden
Menschenkinder blitzartig zu. Es ging so schnell, dass der Höhlenkönig
und seine Leute sich nicht mehr wehren konnten. In Handumdrehen war der
Höhlenkönig und seine Leute gefesselt. Dann fragte Don den Höhlenkönig.
"Wo ist unsere Elfenkönigin Stephanie die I., Höhlenkönig."
"Ihr findet sie nie, ich habe sie sehr gut versteckt, dass niemand
sie findet," sagte er und lachte. "Oh doch, du wirst uns erzählen,
wo du sie versteckt hast," sagte Peter. Der Höhlenkönig
schaute den Menschenjungen an. "Wer ist denn der Junge hier und dort
das Mädchen?" fragte er die anderen. Don sagte es ihm. "Also,
wo ist Stephanie, sag es uns, sonst werden wir ärgerlich?" "So,
so, ihr werdet ärgerlich. Na dann werdet ihr ärgerlich, denn
ich werde euch nichts sagen," sagte der Höhlenkönig und
fing an zu lachen. Die Kobolde, die bei ihm standen, fingen an ihn zu
zwicken und zu zwacken, bis er anfing zu schreien. "Aufhören,
ich kann nicht mehr", schrie er. "Sagst du nun, wo du die Elfenkönigin
Stephanie I. versteckt hast, oder sollen wir weiter machen", sagte
Don. Die Zwerge und die Kobolde fingen wieder an ihn zu kitzeln. Unter
lachen sagte er, er würde es ihnen, sagen, wo er sie versteckt hat.
Da hörten die Zwerge und Kobolde auf, ihn zu kitzeln und der Höhlenkönig
sagte wo er die Elfenkönigin versteckt hält. Einige von den
Zwerge und Kobolde gingen dort hin und die anderen blieben bei dem Höhlenkönig
und achteten darauf, dass er ihnen nicht fortlief. Die anderen gingen
durch mehre Gängen bis sie zu einer Höhle kamen. Sie öffneten
die Tür und sahen ein kleines Mädchen auf dem Sofa sitzen. "Bis
du Stephanie, die Tochter vom Schmied der Kobolde?" fragte Don das
Mädchen. Das Mädchen nickte. "Wir wollen dich nach Hause
bringen, deine Eltern warten schon auf dich, komm Stephanie." sagte
Peter und streckte ihr seine rechte Hand entgegen. Stephanie nahm die
Hand und lächelte den Jungen an. "Dich kenne ich nicht, wer
bist du denn?" fragte sie den Jungen. "Ich heiße Peter
und komme von Oben, von der Erde." "Oh, von der Erde, was machst
du denn hier unten bei uns Peter." Peter erzählte wie alles
begann. Marion ist auch hier." "Ach so war es, komm Peter, man
wartet sicher auf uns, " sagte Stephanie und nahm die rechte Hand
von Peter und ging mit ihm hinaus. Die Zwerge und die Kobolde folgten
ihnen. Sie holten die anderen, die ja noch bei dem Höhlenkönig
waren, ab und gingen dann zurück zu den Kobolden. Dort angekommen
gab es ein fröhliches Wiedersehen. Bei der Rückkehr der kleinen
Elfenkönigin Stephanie gab es ein großes Fest. Der Weihnachtsmann
war auch dort. Alle waren froh, dass Stephanie wieder zu Hause war. Nur
einer war traurig, er dachte schon daran, dass er die Elfenkönigin
nun nie mehr sehen wird. Es war Peter, der sich in eine Ecke verkrochen
hatte. "Wo ist denn Peter fragte die Elfenkönigin und schaute
sich um, sie sah ihn nicht. "Ja, wo ist denn der Peter, ich wollte
ihm doch ein Bäumchen schenken, " sagte der Weihnachtsmann.
"Dort ist er, er hat sich verkrochen - He Peter, komm doch bitte
zu uns, was machst du denn dort in der Ecke, " rief Stephanie und
ging zu dem Jungen hin, nahm ihn bei der Hand und führte ihn zu den
anderen. Als sie an dem großen Tisch saßen, fragte Stephanie,
weshalb er fortgegangen war. Er konnte kaum sprechen Sie bemerkte seine
Schwester Marion. "Du Stephanie, Peter schämt sich, er traut
sich nicht dir zu sagen, dass er dich schon etwas gern hat", sagte
Marion. Stephanie schaute Peter an und sagte, komm Peter, sag es mir,
ich werde dich nicht auslachen, " sagte sie freundlich. "Stephanie,
ich - ich mag dich. Wenn ich oben bei meiner Familie bin, werde ich dich
nie mehr sehen, " sagte er etwas schüchtern. Da nahm Stephanie
ihn in den Arm. "Komm, sei doch nicht traurig, Peter du wirst mich
jeden Tag sehen, denn ich werde dich so lange wir leben nie verlassen,
dies verspreche ich dir", sagte die Elfenkönigin. Peter schaute
Stephanie in ihre blauen Augen und nahm sie ebenso in den Arm und hielt
sie fest. Die Zwerge, die Kobolde, der Weihnachtsmann und seine Schwester
Marion schauten zu ihnen hin. Es dauerte eine Weile, da rief ein Kobold:
"Hurra, wir haben einen Elfenkönig. Es lebe König Peter
und Königin Stephanie die I."
Die Elfenkönigin Stephanie I.
Die beiden lächelten und nickten bloß. Da waren alle froh.
Es wurde noch lange gefeiert. Wie sie nach Hause kamen wussten sie selber
nicht, sie saßen alle in der guten Stube und sangen Weihnachtslieder.
Ein kleines Bäumchen mit dem herrlichsten Weihnachtsschmuck den man
sich denken konnte stand dort. Auf einmal erklangen mehre Stimmen irgendwoher.
Die Eltern sahen und hörten sie nicht. Peter spürte plötzlich
in seiner Hand einen kleine Druck. Als er sich umsah, sah er seine kleine
Elfenkönigin Stephanie die I. neben sich auf dem Sofa sitzen. Er
drückte seine Hand etwas fester. Seine Schwester sah sie auch. Als
seine Eltern ihren Sohn anschauten, war es ihnen so, als ob er irgendwie
heute anders lächelte. Nur sie sagte nichts. Beim letzten Lied erschien
über dem Bäumchen ein Weihnachtsgruß aus irgendeinem fremden
Land. Da stand geschrieben:
God Jul och Gott Nytt Àr
Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr
So endet eine schöne Geschichte.
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