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Wie jedes Jahr und jeden Tag sah Jesus um die gleiche Zeit in seinen
Terminkalender. "Aha", murmelte er, "die Erde ist heute
also wieder einmal an der Reihe". Er befahl sogleich den Engel Bartholomäus
zu sich.
"Bartholomäus", befahl er, "sieh auf der Erde nach,
ob die Menschen dort in meinem Sinne leben und arbeiten. Stelle fest,
ob sie Frieden halten und sich verstehen. Prüfe, ob sie sich geben
und nicht nur fordern und nehmen. Na, du kennst dich ja aus, beeile dich
und berichte mir dann."
Der Engel Bartholomäus begab sich also auf die Erde und beobachtete
die Menschen. Er spazierte mit ihnen durch die Städte, sah ihre glücklichen
Gesichter und hörte, wie sich die Menschen gegenseitig die nettesten
Dinge wünschten. Später dann schaute er durch so manches Wohnzimmerfenster.
Fleißig notierte der Engel alles.
Gedankenvoll blickte er sich um. "Ja", dachte er, "Jesus
hat wirklich alles gut durchdacht. Sein Leben und Wirken hier auf der
Erde hat Früchte getragen. Die Menschen sind friedlich, fröhlich,
unbekümmert und zufrieden."
Also kehrte er mit diesen guten Nachrichten zurück und berichtete
sogleich. "Herr, es ist wundervoll, genau so, wie Du es Dir gewünscht
hast. Ich habe die Menschen beobachtet. Sie leben in Deinem Sinne. Tagsüber
gehen Sie ihrer Arbeit nach, sind fröhlich und zufrieden. Jeder hat
für jeden ein nettes Wort. Sie sind gutgelaunt, lachen von Herzen
und sind sehr hilfsbereit. Abends gehen sie in die Kirche, beten Dich
an und lobpreisen Dein Werk. Alle danken Dir für Deine Güte,
die Sünder sitzen in den Beichtstühlen und bereuen. Ich habe
gesehen, wie sich die
Menschen beschenken. Die Eltern ihre Kinder, die Kinder ihre Eltern. Die
Staatsmänner übermitteln überall hin ihre Grüße
und auch sie erwähnen Dich und gedenken Deiner."
"Brav, brav, Bartholomäus", lobte Jesus beifällig
dessen Bericht und hakte die Erde in seinem Terminkalender mit goldenem
Stift ab. Es waren nur goldene Haken hinter allen diesen notierten Welten,
zu denen er seine Engel sandte. Überall war alles in seinem Sinne
in Ordnung.
Auf der Erde war inzwischen der Heilige Abend vorbei. Die Rundfunkstationen
verkündeten die Beendigung der Waffenstillstände, die Kinder
zerbrachen ihr neues Spielzeug, die Eltern stritten wie gewohnt, die Staatsmänner
drohten und alle Menschen waren wieder misslaunig.
Jesus sendet die Engel immer nur an seinen Geburtstagen auf seine Welten.
Wie sollte er also jemals erfahren, wie es auf unserer Welt wirklich zugeht?
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