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zuletzt aktualisiert:
11.12.2009

 

 


Kein Geschenk für Mirjam

von Petra Hoffmann

Mirjam saß am "Heiligen Abend" gemütlich mit Jens auf der Couch.
Sie mußte die Tränen jäh unterdrücken, denn Jens hatte ihr "Nichts " geschenkt. Er durfte nicht sehen wie enttäuscht sie war.

Na ja, eigentlich hatten sie auch ausgemacht, sich dieses Jahr "Nichts" zu
schenken. Jens hatte sich anscheinend an diese Abmachung gehalten. Das hatte Miri
nicht gedacht. Die letzten Kröten hatte sie sich schließlich vom Munde abgespart
um Jens wieder seine Jahreskarte für´s Fitness- Studio zu kaufen. Außerdem gab
es noch ein kleines "Eau de Toilette" für den "Liebsten" dazu.

Es war "Heilig Abend". seit einer Stunde schneite es unentwegt. Toll, doch noch
weiße Weihnachten. Sollte das ein Trost sein ?

Es war ein sehr hartes Jahr. Dieses Jahr im Sommer ging die Firma, in der Beide
arbeiteten, in Konkurs. Seit einem halben Jahr waren sie nun auf Arbeitssuche. Eine Absage folgte der anderen. Trotz großer Bemühungen war wirklich kein Job zu haben.
Gelegentlich verdiente Mirjam sich ein paar Pfennige dazu, indem sie selbstgebastelte
Sachen an Freunde und Bekannte verkaufte, und Jens half seinem Freund schon mal
bei seinem Umzugunternehmen.

Es reichte gerade mal für die Miete und zum Leben. Urlaub konnten die Beiden keinen
machen, all Ihre Spar- Reserven gingen Anfang des Jahres für die Wohnungseinrichtung
drauf.

Am Nachmittag war Jens in der Stadt.
Heimlich hatte er eine Perlenkette für Mirjam gekauft. Eine Perlenkette hatte sich
Mirjam schon so lange gewünscht. Gegen sechs Uhr beim Abendessen wollte Jens, Mirjam die Kette um den Hals legen.
Als es soweit war stand Jens auf, ging in den Flur und wollte das kleine nettverpackte
Geschenk aus seiner Jackentasche holen.
Außer einem riesigen Loch, war jeoch nichts in der Jackentasche zu finden.

So saß er nun neben Mirjam auf der Couch und grübelte unentwegt darüber nach,
wo er denn die Kette verloren haben konnte. Nein, zu Mirjam bloß kein Wort, das
war sicher.
In den nächsten Tagen wurde "heimlich" fieberhaft gesucht. Jens ging alle Wege
nochmal ab, aber das Päckchen war nicht mehr zu finden.

Heute am Silvester Abend begann es wieder zu regnen.
Über Weihnachten lag ca. einen halben Meter Schnee.
Jetzt schmolz alles dahin, auch die Schneeparade von Mann, Frau, Katze und Hund
auf der Wiese, welche die Nachbarskinder voller Eifer über die Weihnachtstage
bauten.

Am Neujahrsmorgen strahlte die Sonne. Die Wege waren trocken. Jens schlug vor,
an diesem Tag eine Wanderung zu machen.

Gegen zwei Uhr verließen Beide das Haus. Plötzlich verharrte Jens.
Da, neben der Treppe lag ein kleines zerknicktes Päckchen, welches der Schnee jetzt
freigegeben hatte. Jens erkannte es wieder und hob es auf und gab es Mirjam.

Mirjam öffnete es und strahlte. Zu Weihnachten für meine süße Miri stand auf einem Kärtchen.

Der Inhalt hatte keinen Schaden bekommen.
Jetzt kann das neue Jahr nur gut werden.