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Der
doppelte Weihnachtsmann
von Marco Weber
Es war Heiligabend in Hamburg. Alles war ruhig, da alle Leute schliefen.
Doch in einem Haus, in der Elbgasse 9, war einiges los. Zwei Weihnachtsmänner
stritten sich im Wohnzimmer, nahe des Weihnachtsbaumes.
"Dies ist mein Revier. Was machst du hier?", fragte der eine
Weihnachtsmann.
"Das könnte ich auch dich fragen. Dein Gebiet geht nur bis zur
Elbe, nicht bis hierher!", fauchte der andere zurück.
"Nein, es wurde diesen Sommer erst erweitert. Jetzt liegt er, der
Weihnachtsbaum, 1 ½ Kerzenlängen mehr auf meiner Seite!"
Mittlerweile war Kurt Kleine, der Familienvater, wach geworden. Er holte
seinen Revolver aus der Nachttischschublade, weil er dachte, im Wohnzimmer
wären Einbrecher. Nun ging er ins Wohnzimmer, gab zwei Warnschüsse
ab und brüllte: "Hände hoch und Waffen weg!"
Doch die Weihnachtsmänner sahen nur kurz auf und schrien sich dann
weiter an.
Als Kurt Kleine die Weihnachtsmänner erkannte, blieb er verdutzt
stehen. Er tat auch nichts, als die Weihnachtsmänner anfingen, sich
mit Porzellanvasen zu bewerfen. Er stand nur da und traute seinen Augen
und Ohren nicht.
Indessen war die ganze Familie Kleine herunter gekommen. Die beiden Kinder
der Familie waren begeistert, einmal den richtigen Weihnachtsmann bzw.
zwei richtige Weihnachtsmänner zu sehen. Doch die Mutter machte sich
Sorgen um ihre teuren Vasen.
Plötzlich hörten alle ein dumpfen Rumsen im Kamin, und sie sahen
einen dritten Weihnachtsmann, der allerdings einen längeren Bart
hatte und älter war als die beiden anderen Weihnachtsmänner.
Wie sie später erfuhren, war es der Oberaufsehbefehlsgeberweihnachtsmann
im Gebiet Hamburg.
Er beschloss, dass der Weihnachtsmann, dessen Gebiet vergrößert
worden war, Recht hatte und der Weihnachtsbaum um 0,863 Kerzenlängen
mehr auf seinem Gebiet lag. Außerdem verurteilte er beide Weihnachtsmänner
zu Sozialstunden in einer Porzellanvasenfabrik.
Als der Oberaufsehbefehlsgeberweihnachtsmann ging, hinterließ er
1.000 Euro für neue Vasen und riesengroße Geschenke.
Nach diesem Ereignis konnte die Familie lange nicht einschlafen. Später
schafften sie es aber doch, und die Kinder träumten von riesigen
streitenden Weihnachtsmännern.
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